In dieser Woche widmet sich der Blog zwei ÖVV-Routiniers und zwei Teamspielern, die in dieser Saison erstmals im Ausland spielen. Alex Berger und Peter Wohlfahrtstätter bringen es zusammen auf mehr als 25 Jahre Auslandserfahrung. Paul Nusterer und Sebastian Sablatnig haben heuer sportliches Neuland betreten.
Alex Berger vor Saisonstart in Griechenland
Der Oberösterreicher ist im Sommer von Italien nach Griechenland gewechselt. In seiner 14. Auslandssaison lernt der 38-Jährige damit noch ein weiteres Land kennen. Bislang hat er schon in Frankreich, Italien, Polen und der Türkei gespielt.
"Ich bin seit September in Thessaloniki und hab mich schon ganz gut eingelebt. Es gefällt mir bislang sehr gut. PAOK ist einer der drei, vier größten und traditionsreichsten Klubs in Griechenland. Als Verein sind sie richtig breit aufgestellt, auch was andere Sportarten betrifft. Hier kann man fast jeden Sport betreiben", beschreibt Berger seinen neuen Klub.
Die sportlichen Rahmenbedingungen sind aus Sicht von Berger - an Vergleichen fehlt es ihm nicht - ebenfalls sehr gut: "PAOK hat eine der größten Hallen Griechenlands (rund 6.000-7.000 Plätze). Dazu kommt eine weitere Trainingshalle mit einem Kraftraum, Sauna, Kältebecken usw.. Diese Einrichtungen teilen wir uns mit dem Basketballsektor."
Der Meisterschaftsstart steht unmittelbar bevor. Am kommenden Wochenende trifft PAOK auswärts auf Kreta. Berger hat auch bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die legendären Fans des Klubs bekommen: "Wir haben einige Trainingsspiele absolviert. Da waren immer schon viele PAOK Fanklubs dabei und haben ordentlich Stimmung gemacht. Oft konnte man sein eigenes Wort am Feld kaum verstehen. Mal sehen, wie das dann erst in der Meisterschaft wird."
PAOK tritt außerdem noch im CEV Cup an und trifft dort Anfang Dezember im 1/32-Finale auf Galati (ROU).
https://www.volleyleague.gr/index.php/season/2026-27/regular-season-results-statistics
Peter Wohlfahrtstätter bleibt Benfica treu
Der 37-jährige Tiroler spielt seit der Saison 2018/2019 für den portugiesischen Spitzenklub und hat dort bereits eine zweistellige Anzahl von Titeln gefeiert. In der vergangenen Saisonen musste sich Benfica in allen drei nationalen Bewerben im Finale geschlagen geben und beendete das Jahr erstmals seit Wohlfahrtstätters Ankunft ohne Titel.
Auch in dieser Saison fiel der erste Vergleich mit dem Lissaboner Dauergegner Sporting nicht zu Gunsten von Benfica aus. Am vergangenen Samstag konnte Sporting den Supercup mit 3:0 zu gewinnen. Der Tiroler kam nicht zum Einsatz. "Leider hatten wir eigentlich keine echte Chance zu gewinnen. Rein technisch könnten wir schon mithalten, aber als Team müssen wir noch zusammenwachsen", blickt der Tiroler auf den Supercup zurück.
Eine Woche zuvor konnte Benfica im Iberischen Cup (Top Zwei Spanien und Portugal, Anm.) die Bronzemedaille holen. "Im Halbfinale gegen den spanischen Champion Guaguas waren wir zwar ziemlich auf verlorenem Posten. Das kleine Finale gegen Melilla konnten wir dafür souverän gewinnen", Wohlfahrtstätter der bislang nur in diesem Bewerb zum Einsatz kam.
In der Liga geht es für Benfica aufgrund des Supercups erst am kommenden Wochenende los. Erster Gegner ist am Samstag Mamede.
Benfica spielt heuer auch wieder international. Im CEV Cup steht das erste Match allerdings erst im Dezember am Programm. Möglicherweise könnte Wohlfahrtstätter dann sogar ein Österreich-Besuch bevorstehen. Im Fall eines Ausscheidens des TSV Hartberg in der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League würden die Portugiesen auf Hartberg treffen.
https://fpv-web.dataproject.com/CompetitionMatches.aspx?ID=146&PID=193
Sebastian Sablatnig wechselt über die Grenze
Bei seiner ersten Auslandsstation verschlägt es Sablatnig zwar nicht in die Ferne, dafür aber zu einem echten Spitzenklub. Nach zwei Saison beim SK Zadruga Aich/Dob wechselte der Kärntner nach Slowenien und heuerte beim Serienmeister ACH Volley Ljubljana an. Bei seinem neuen Verein ist der 24-Jährige einer von nur zwei ausländischen Spielern. Der Kader von Ljubljana ist dafür mit aktuellen und ehemaligen Nationalteamspielern Sloweniens voll gespickt, die unter anderem mehrere Vize-Europameistertitel und den 5. Platz bei den Olympischen Spielen in Paris holten. Absolutes Aushängeschild ist Außenangreifer Tine Urnaut, der im Vorjahr nach fast 20 Jahren im Ausland nach Ljubljana zurückgekehrt ist.
"Das Team ist richtig stark besetzt. Die ersten Wochen war es gar nicht leicht reinzufinden, weil sich die anderen schon sehr lange kennen und perfekt eingespielt sind. Mittlerweile geht es immer besser und ich bin sehr happy. Wenn wir 6:6 spielen, ist das aber noch immer eine andere Welt", blickt der Kärntner auf sein neues Team.
In der slowenischen Liga hat Ljubljana voraussichtlich wieder nicht mit großer Konkurrenz zu rechnen. Die Slowenen nehmen daher auch an der Qualifikation zur Champions League teil. Der Gegner in der 2. Runde wird diese Woche ermittelt. Das erste internationale Match findet Anfang November statt.
Die slowenische Liga beginnt dagegen schon am kommenden Freitag. Ljubljana gastiert in Maribor. Bereits gewonnen, hat Ljubljana den slowenischen Supercup, der zum ersten Mal ausgetragen wurde.
Insgesamt ist die Vorbereitung aus Sicht von Sablatnig gut verlaufen: "Beim Turnier in Hartberg haben wir stark ersatzgeschwächt den dritten Platz geholt. Danach waren wir auch noch in Polen und haben gegen Warschau, Lublin und Fenerbahce Istanbul gespielt. Dort ist es ebenfalls der dritte Platz geworden. Der Supercup-Sieg hat schon gezeigt, dass wir gut drauf sind. Jetzt geht's richtig los!"
https://odbojka.si/tekmovanja/prvenstvo/superliga-moski-1790236442?tab=tekme&delTekmovanja=33&kola=1
Paul Nusterer in Düren einer von elf Legionären
Mit 21 Jahren zählt der Niederösterreicher in seinem neuen Team zu den drei jüngsten Spielern. Die SWD powervolleys Düren sind einer der traditionsreichsten Klubs in der deutschen Volleyball Bundesliga und spielen seit vielen Jahren in der höchsten Spielklasse. Im aktuellen 14er Kader stehen nur drei deutsche Spieler, darunter ein 17-Jähriger. In Sachen Körpergröße ist Nusterer dafür ganz vorne zu finden. Nur ein Spieler ist mit 210cm noch knapp größer als Nusterer.
"Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier und hab mich mittlerweile gut eingelebt. Der Verein verfügt über ein sehr professionelles Umfeld. Unser Kader ist gut und vor allem breit aufgestellt. Insofern rechnen wir uns durchaus Chancen aus und wollen um einen Titel mitspielen", berichtet Nusterer.
Die erste Titelchance hat es im Ligacup bereits gegeben. Acht Teams spielten sich in drei Runden die Plätze aus. Düren verlor das Auftaktspiel gegen Lüneburg knapp in drei Sätzen. Im folgenden Match gegen Ludwigsburg ging es noch enger zu. Düren musste sich im Tie-Break geschlagen geben. Im Spiel um den siebten Platz klappte es schließlich noch mit einem Sieg. Düren setzte sich gegen die Netzhoppers mit 3:1 durch. Nusterer kam im zweiten und dritten Match zum Einsatz und scorte insgesamt 23 Punkte. "Der Ligacup ist sicher nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. In den ersten beiden Spielen wäre mehr drinnen gewesen. Der abschließende Sieg war immerhin noch ein versöhnliches Ende", fasst der Niederösterreicher zusammen.
Die VBL wird am Dienstag offiziell eröffnet. 14 Teams bestreiten bis Ende März eine Hin- und Rückrunde. Für Düren geht es in Rottenburg los. Am Samstag empfängt Düren im ersten Heimspiel München.
Mit dem vierten Platz hat sich Düren in der vergangenen Saison auch ein Europacupticket gesichert. Düren steigt im 1/16-Finale ein und spielt damit erst im Dezember.
Übersicht ÖVV-Legionärinnen 2026/2027
Damen Victoria Deisl – ŽOK Napredak 037 (SRB), Nina Nesimovic –Aris Thessaloniki (GRE), Maja Nöhrer - Borken (GER), Kora Schaberl – Volley-Ball Club Chamalières (FRA), Dana Schmit – CDA Volley Talmassons FVG (ITA)
Herren Alexander Berger – PAOK Thessaloniki (GRE), Paul Buchegger – Verona (ITA), Michael Czerwiński – Narbonne (FRA), Robert Gavan - Napoli (ITA2), Lukas Glatz – Verona (ITA), Mathäus Jurkovics – Le Plessis-Robinson Volley-Ball (FRA), Jacob Kitzinger – Dinamo Bucaresti (ROU), Paul Nusterer - SWD Powervolleys Düren (GER), Benedikt Sablatnig – Lindemans Aalst (BEL), Sebastian Sablatnig - ACH Volley Ljubljana (SLO), Peter Wohlfahrtstätter – Benfica Lissabon (POR)




















